Donnerstag, 7. November 2019

DAS GFRETT MIT DER ZEIT

Frau ist am Gewöhnungswerk, manchmal am Haderwerk, oft am Denkwerk. Und spricht bzw. schreibt in für alle außerhalb des südlichen deutschen Sprachraums wahrscheinlich unverständlich. Wissen Sie, was ein Gfrett ist? Nein? Na, dann verrate ich es Ihnen. Es handelt sich dabei um etwas Mühseliges, Anstrengendes, etwas, bei dem man sich plagen muss. Bei Wiktionary ist es näher erläutert.


Sonntag, 6. Oktober 2019

NUR GEDULD: MAKING OF LIEVITO MADRE

Frau hat die im letzten Eintrag erwähnte Entschleunigung weitergetrieben und war drei Wochen lang am Backvorbereitungswerk, man könnte fast sagen am Triebwerk. Sie glauben mir nicht? Doch, doch, ich schwindle eigentlich (fast) nie. Ich habe einen lievito madre, einen treib- (oder doch trieb?-)freudigen italienischen Weizensauerteig produziert und der braucht, wenn man ihn nach allen zusammengelesenen Regeln der Kunst herstellt, vor allem Geduld. Die brauchen Sie übrigens auch für die Lektüre des hier in epischer Breite Dargebotenen.


Freitag, 27. September 2019

CAILLETTES: GESCHMACK AUS DER PROVENCE

Frau ist zur Zeit heftig am Koch- und Backwerk. Gestern zum Beispiel beim Nachkochen eines Rezepts, das in einem arte-Beitrag über die Provence veröffentlicht wurde. Klang verführerisch, war auch deliziös.

Freitag, 20. September 2019

ENTSCHLEUNIGUNG MITTELS BUS UND BROT

Frau ist am Lebensänderungswerk. Nein, nicht komplett, dazu liebe ich mein Leben in der derzeitigen Form zu sehr. Nur ein bissi Änderung, aber dem Gefühl nach doch einschneidend. Und mit diversen Nebeneffekten.


Freitag, 16. August 2019

THE MAKING OF KRIECHERLMARMELADE

Frau war am Vorratswerk, diesmal in Sachen Kriecherl. Was, sie kennen Kriecherl nicht? Dem kann abgeholfen werden. Aber vorher eine Warnung: eigentlich handelt es sich bei dem, was ich eingemacht habe, gar nicht um Kriecherl. Ich mag nur das Wort Blutpflaume nicht und nenne jene Früchte, die die Wege um mein Haus derzeit pflastern lieber Kriecherl. Zur Aussprache finden Sie übrigens Aufklärung im vorletzten Absatz dieser langatmigen Ausführungen.


Jetzt also systematisch, meinen Garten betreffend historisch - und per Wikipedia belegbar. Kriecherl, auch bekannt als Kriechenpflaume (Prunus domestica subsp. insititia), hatte ich auch in meinem Garten. Aber die gelbgrüne Art, irgendwann einmal wild aufgegangen und wild, sogar sehr wild, weitergewachsen, was mir nur recht war, beschattete doch dieser Baum den Wintergarten. 

Dem haben jedoch eines Tages die Wühlmäuse Garaus gemacht, ich musste sie nicht einmal fällen, das haben die Biester selbst erledigt. Gründlich erledigt per Abnagen sämtlicher Wurzeln rundherum. Einen dicken Ast habe ich dann als Weihnachtsbaum verwendet und ordnungsgemäßg geschmückt, wobei meine damals schon erwachsenen Kinder nichts besseres zu tun hatten, als eine Dose Fichtennadelspray zu kaufen und die gesamte Wohnung damit niederzunebeln und olfaktorische Superbeeinträchtigung herzustellen. Die Dose steht noch immer im letzten Kellereck und wartet darauf, endlich zum Problemstoffdepot gebracht und entsorgt zu werden. Die Blaue Variante gab es auch in meinem Garten, mitten in der Vogelschutzhecke. Die ereilte das gleiche tierische Schicksal.


Dann wuchs ein von den Vogerln per Verdauungstrakt gepflanzter kleiner Baum, just inmitten meiner uralten Fliedergruppe, an der sich ebenfalls die Wühlmäuse delektiert hatten. Also ließ ich ihn wachsen und siehe da, er wuchs zu einem prachtvollen (und unter uns gesagt viel zu hohen) Baum heran, der im Frühling prachtvoll zartrosa blüht und im Herbst die oben gezeigten Früchte trägt.


So der Frühling halbwegs warm ist, zeigen sich die ersten Blüten schon Ende März und wärmen sich an den schützenden Fenstern des Wintergartens.

Dabei handelt es sich um eine Blutpflaume, genauer gesagt um Prunus cerasifera 'pissardii'. Ein prachtvoller Baum mit zartroser Blüte und einer beglückenden Fülle an Früchten. Beglückt werde aber nicht nur ich, sondern auch die Vögel, der Marder, den ich Alois getauft habe, der Igel Olaf samt noch nicht benamster Familie und all die anderen Tiere (unter besonderer Berücksichtigung der Mäuse), die Garten und Haus besiedeln.


Manchmal ist meine Freude über die in diesem Jahr besonders üppige Fruchtfülle endenwollend. Denn das Obst ist nur bedingt zu ernten, da zum Großteil in unerreichbarer Höhe. Jeden Tag kehre ich die zerplatzten (wie ich sie nenne) Kriecherl vom Sitzplatz vor dem Wintergarten weg und wenn man unvorsichtiger weise am schattigen Rosenplatz sitzt, knallen sie einem gnadenlos auf den Kopf. Zudem umschwirren zahllose Wespen und Fliegen den Baum und die finden es dann auch besonders gemütlich, sich nach dem Essen in den Wintergarten zu begeben und dort zu bleiben.


Komplettes Wildlife halt, was ja auch wieder schön ist so mitten in der Stadt.

Jahrelang habe ich nichts mit den Früchten gemacht, die letzten beiden Jahre haben dankenswerter Weise Kinder mit Vergnügen alles aufgegessen, das in zumindest für Erwachsene erreichbarer Höhe wuchs. Dieses Jahr habe ich erstmals Marmelade darauf fabriziert und bin erstaunt, wie gut sie schmeckt.

Aber da ging es zuerst um das Entkernen. Der dankenswerter Weise geschenkte Entkerner für Kirschen, in dem sogar kleine Zwetschken Platz gehabt hätten, hat leider gar nichts gebracht. Zu fest ist das Fruchtfleisch mit dem Kern verbunden. Sind keine sogenannten Kerngänger, was sie mit den Kriecherl gemeinsam haben.


Also habe ich sie ganz kurz über Dampf erhitzt, maximal zwei Minuten. Danach mit der Hand den Kern rausgeflutscht und sowohl den Saft als auch den Fruchtsaft vom Dämpfen aufgefangen.


Das Fruchtfleisch samt dem Saft habe ich dann abgewogen, die sehr flüssige Masse wie Gelee behandelt, daher 1:1 mit Gelierzucker vermengt und mit dem Pürierstab zerkleinert. Da sich noch immer unschöne, da harte Schalen im Fruchtbrei getummelt haben, hab ich das ganze noch durch die Flotte Lotte getrieben und danach die zurückbleibenden Schalen noch einmal extra mit dem Pürierstab zerwurschtet. Wäre wahrscheinlich nicht nötig gewesen, ich gehe davon aus, dass sich die Schale beim Kochen aufgelöst hätte. Aber sicher bin ich nicht.


Das Resultat ist auf alle Fälle durchaus empfehlenswert und besticht durch seine säuerliche Note, die sich im Abgang süßlich gestaltet (würden WeinkennerInnen formulieren).

Falls Sie genau geschaut haben, wie ich die Marmeladegläser beschriftet habe, ist ihnen aufgefallen, dass dort "Kriacherl" steht. Warum? Weil man es so ausspricht. Hat nix mit Kriechen zu tun und leider kann ich Ihnen keine ethymologische Erklärung liefern. Noch nicht.

Für Marmeladeköchinnen und -köche noch ein Tipp: Ich beschrifte die Gläser neuerdings mit Stiften, die eigentlich zur Idenfikation von Gläsern auf Festen gedacht sind. Haltet gut, auch wenn man mit nassen Fingern raufgreift, lässt sich leicht wieder mit Geschirrspürmittel abwischen und man erspart sich das elendige Ablösen von Pickerl, die man in D Etiketten nennt.

Samstag, 8. Juni 2019

DUFTENDER ROSENMOND

Frau ist... was wohl? Am Staunwerk, am Baden in den Düften und Schönheiten des Gartens. Warum nur kann man Blogeinträge nicht erschnuppern? Ich würde Sie so gerne an den Bouquets, die mich umschmeicheln, teilhaben lassen.



Sonntag, 26. Mai 2019

MAILAMENTO EINER GLÜCKLICHEN GÄRTNERIN

Frau war am Gartenwerk und ist jetzt am gärtnerischen Jammerwerk. Weil's wahr ist! Mag schon sein, dass der Mairegen Segen bringt, aber bitte alles mit Maß und Ziel! Jaja, ich gebs ja zu: Weder betreibe ich Erwerbsgartenbau, von dessen Erträgen ich leben muss, noch sind Garten und Haus überflutet. In letzterem ist letzte Woche nur ein kleines Stück des Kellers unter einer kleinen Menge Wassers gestanden. Also eigentlich sollte ich ja ruhig sein. Aber... ;-)


Dienstag, 14. Mai 2019

CHIOGGIA REVISITED

Frau hat durchs Blogwerk der letzten Tage, bei dem sie sich rund um die Lagune Venedigs bewegt hat, das Fernweh mit Nebeneffekt Chioggiasucht gepackt. Wie in der mir eigenen Zurückhaltung hier erwähnt, ist Chioggia einer meiner Lieblingsorte. In der Lagune von Venedig gelegen, mit Kanälen und Brücken wie Venedig, aber viel kleiner, ländlicher, intimer. Und vor allem mit lebendigem einheimischem Treiben, in das man als Touristin wohlwollend einbezogen wird.


Sonntag, 12. Mai 2019

CHIOGGIA AMORE MIO

Wie im vorhergehenden Post berichtet, war Frau am Reisewerk. Nach der kurzen Durchquerung von Venedig also wieder ins geliebte Chioggia.

VENEDIG EN PASSANT

Frau war am Reisewerk und hat dabei sowohl am Hin- als auch am Rückweg Venedig am Wasserweg durchquert. Ohne die Biennale zu besuchen, venezianischen Boden nur im Bahnhofsbereich und bis zum Vaporetto der Linie 1 betretend.


Donnerstag, 25. April 2019

STATT DES OSTERFEUERS EIN SCHEITERHAUFEN

Frau ist nachfeiertäglich am Resteverwerten. Alle Jahre wieder... So köstlich die Pinze geschmeckt haben, ewig halten sie nicht und abessen sollte man sich auch nicht daran. Daher wurden sie zu einem wohlschmeckenden, nicht lodernden Scheiterhaufen transformiert. Für mich eine wundebare Variante des Restlessens.

Montag, 22. April 2019

GEROLLTES VEGETARISCH, FLEISCHLICH UND SÜSS

Frau war, wie im letzten Post beschrieben, am exzessiven österlichen Koch- und Backwerk. Das Gerollte hatte es mir angetan. Sie erwarten den in Österreich traditionellen Rollschinken? Damit kann ich leider nicht dienen. Weiterlesen lohnt sich imho trotzdem.




Sonntag, 21. April 2019

FRÜHLINGSBACKWAHN: OSTERPINZE

Frau war am Osterwerk. Just zu den Feiertagen stellte sich die Koch- und Backlust wieder einmal ein. Ein perfektes Timing, um sie exzessiv zu zelebrieren. Bei der Deko jedoch war ich heuer besonders zurückhaltend. Da es gefärbte Eier während des ganzen Jahres als "Jauseneier" zu kaufen gibt, habe ich auf Naturfarbe zurückgegriffen.

Freitag, 22. Februar 2019

ÜBER SCHÄUME UND TRÄUME

Frau war seit langem wieder eimal am Versuchsküchenwerk. Und zwar ziemlich floppig locker.

Donnerstag, 31. Januar 2019

WINTERSONNE IN BERLIN

Vorgestern war Frau am Jammer-, heute am Frohlockungswerk. Denn am 6. Tag meiner Berlinreise war mir das Wetter hold.



Dienstag, 29. Januar 2019

STADT SPÜREN

Frau war am Reisewerk. Nicht, wie man vermuten sollte, als Winterflüchtling in südliche Gefilde, nein: gen Norden zog sie hin. Was rein temperaturmäßig ein Fehler war.


Samstag, 8. Dezember 2018

DIE WOHLTEMPERIERTE SCHOKOLADE


Frau ist, wie...ähem... stolz berichtet, am Advent- bzw Weihnachtsbackwerk und da spielt natürlich Schokolade eine wichtige Rolle. Hier eine Anleitung zum richtigen Umgang damit.



ES RUNDET SICH: MARZIPANKONFEKT

Frau war am Kugelwerk. Die vorhandenen und dank lieber Besuche schon dezimierten Keks und das spärliche Konfekt sollten Zuwachs bekommen und das möglichst schnell. Außerdem warteten noch einige köstliche Zutaten auf Ihren adventlichen Einsatz.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

HIMMLISCHE KEKS

Und wieder ist der Advent über uns hereingebrochen und wieder ist die Frau am Backwerk. Anfangs, zugegeben, widerwillig. Aber mit fortschreitendem Erfolg bessert sich die Motivation.


Montag, 26. November 2018

ÜBERM NEBELMEER

Frau war am Schimpfwerk über den grauen, kalten November. Im vollen Bewußtsein über die Vermessenheit, aber dieser Herbst hat uns alle so sehr mit Wärme und Sonne verwöhnt, da kann man leicht vergessen, dass man im mitteleuropäischen Voralpenland lebt, wo üblicher (und übler) Weise der ganze November kalt, grau und trist ist.