Frau war am Spielwerk. Memory. Da kommt das Gedächtnis in Schwung - es sollte zumindest in Schwung kommen.
| 16 Karten von einem Kunst-Memory |
Sie kennen bestimmt Memory. Karten mit unterschiedlichen Motiven werden verkehrt am Tisch aufgelegt, reihum darf jede:r zwei Karten aufdecken und wenn sie nicht zusammenpassen, werden sie wieder verkehrt an die selbe Stelle gelegt. Diese sollte man sich merken, um Paare zu finden und mit den meisten Paaren zu gewinnen.
Ich weiß ja, dass man als Erwachsene:r beim Memoryspiel mit Kindern kaum je Gewinnchancen hat. Es war mir auch nie ein Problem, ein Spiel zu verlieren, egal welches. Mir geht es um's Spielen, nicht um's Gewinnen.
Diese großartige Einstellung wollte ich meinen Kindern mitgeben, was einen running gag produziert hat, der seit Dekaden rennt.
Wenn mein Gedächtnis animiert wird, tauchen offenbar verstärkt Histörchen aus grauer Vorzeit auf. Lassen Sie mich erzählen...
Habe meinen Kindern Jahr für Jahr zu Weihnachten ein Gesellschaftsspiel geschenkt. Selbstverständlich immer auf höchstes didaktisches und moralisches Niveau achtend. Also kam ich auf die brillante Idee, nach einem Spiel zu suchen, bei dem alle nur gewinnen und niemand verlieren kann.
Das Jahr, in dem ich die geliebte Brut mit dem Familien-Helferspiel (nicht gegendert...) beglückt habe, hat sich ins kollektive Gedächtnis (und Gelächtnis) eingegraben. Die Kinder waren damals zwischen 9 und 14 Jahren, sie begutachteten das Spiel artig, lasen die Spielanweisung und lagen brüllend vor Lachen unterm Weihnachtsbaum. "Chaosbeseitigung", so der Tenor, "haben wir eh tagtäglich live, das brauchen wir nicht zu spielen".
Kann leider kein eigenes Bild vorweisen, ich glaube, die Kinder haben die Schachtel in fast fabriksneuem Zustand beim nächsten Flohmarkt verscherbelt. Aber im Netz hab ich noch eines gefunden und bei spiele4us gemopst.

Die Schachtel des Familien-Helferspiels
Aber zurück zu Memory.
Ich mag das Spiel, habe schon viele Exemplare mit eigenen Bildern für eine Schar von Kindern produziert. Auch von diesen Exemplaren (ich spreche nicht von den Kindern) habe ich keine Bilder mehr, nur vom diesjährigen mit den Marrakesch-Photos.
| Memory-Karten mit Marokko-Motiven |
Da war ich ziemlich fies, weil viele sehr ähnliche Photos eingebaut sind. Was aber für das Kind beim Spielen kein Problem war. Nur für mich.
Habe es heute mit einem Vierjährigen gespielt. Mehrmals gespielt und mehrmals verloren. Beim Dreijährigen hatte ich noch Chancen.
| Kinderhände verschränkt über Memory-Karten |
Memory ist also fest in Kinderhand. Wobei ich nicht nur das Spiel meine. Die Merkfähigkeit von Kindern fasziniert mich immer wieder. Vor einer Woche habe ich ein neues Wort einmal verwendet, auf Nachfrage erklärt, heute kam es in der Konversation munter daher. Was gäbe ich dafür, könnte ich mir so rasch Vokabel merken!
Ich werde weiter Memory spielen, weiter versuchen, nicht zu heftig zu verlieren. Weiter mein Lieblingsmemory mit den Kunstkarten, das ich ganz oben zeige, anschauen und dann und wann spielen.
| Kartenspiel mit Bildern von Doisneau auf der Rückseite |
Oder aber ich lege eine Patience mit den Karten, die leider nur auf der Rückseite Photos von Doisneau zeigen. Carioca könnte ich auch damit spielen. Oder Poker. Mit dem Pokerface bin ich nämlich erfolgreicher als mit dem Gedächtnis...
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