Donnerstag, 11. Juni 2026

MAIWONNEN FÜR AUG' UND NAS' VON MENSCH UND TIER

Frau war am morgendlichen Gartenwerk, hat sich in die Kühle des Büros zurückgezogen und pflegt nun keine Pflänzchen, sondern den sträflich vernachlässigten Blog. Mit des Bildern des Maigartens und Informationen für Pflanzen- und Tierliebhabende. Die epische Breite meiner Einträge sind treue Leser:innen schon gewohnt...

Fünf Rosa Rosen

Wie sollte es anders sein, natürlich beginne ich mit der oben gezeigten Constance Spry, der ersten "Englischen Rose", die David Austin gezüchtet hat. Sie remontiert nicht, also blüht nur einmal im Jahr. Da aber überschwänglich und betörend duftend über meinem Sitzplatz.

Detail einer Rosenblüte

Es gibt aber noch eine große Rosenfreude: Bobbie James hat sich in meinem Garten breitgemacht. Ob es wirklich diese Sorte ist, weiß ich nicht sicher. Ein Rambler ist es und meine Recherchen haben mich auf Bobbie gebracht. 

Kleine weiße Blüten und saftig grünes Laub

Nicht nur hier in meinem Eingangsbereich explodiert der gute Bobbie förmlich, es gibt auch andere Stellen, die er sich in meinem Garten ausgesucht hat. Offenbar mit Unterstützung der Vogerl, die sich im Herbst auf die kleinen Hagebutten stürzen. Beim unteren Bild duftet er mit dem Holler in luftiger Höh um die Wette.

Dichtes Gewirr von Büschen mit weißer Rose und Holler

Es gibt aber noch etwas, das mich ganz besonders freut. 

Der Auslöser war traurig: Im Februar riss eine nächtliche Windbö den alten, mehrstämmigen Alpen-Goldregen (Laburnum alpinum) um und hat ihn mit Karacho auf die zum Glück leere Straße gepfeffert. Nicht nur, dass der große Baum fehlte, die Kollateralschäden im Garten waren enorm.

Zwei Männer von der Feuerwehr legen die Straße frei

Stämme des Goldregens und der benachbarten Sträucher am Zaun

Stämme des Goldregens über den Zaun herausragend

Nach diesen grausigen Handy-Bildern jetzt das Erfreuliche. Inzwischen stehen auf diesem Areal ein Eingriffeliger Weißdorn und zwei Dirndl (Kornelkirsche / Cornus mas). Zudem einheimische Stauden, die ich mit Unterstützung der sehr informativen Site von NaturaDB zusammengestellt und bei Spezialgärtnereien erjagt habe.

Das neu angelegte Beet, im Vordergrund ein Biotop

Das Bild verrät schon mein keckes Riesenprojekt nach dem Motto "Man gönnt sich ja sonst nichts". "Jetzt oder nie" hab ich mir gedacht und beschlossen, die Gartenbaufirma, die Baum und Sträucher angekarrt und eingegraben hat, zu beauftragen, meinen lang gehegten Herzenswunsch zu erfüllen: Ein größeres Biotop, einen kleinen Gartenteich.

Habe Ende der 1980er-Jahre mit Freunden ein kleines Biotop angelegt, das bald von Grasfröschen, Molchen, Wasserläufern, Posthornschnecken, Libellen und allem möglichen anderen Getier besiedelt war. Aber die Folie wurde brüchig, das Biotop ist verlandet und die Frösche sind letztes Jahr abgewandert. Das Goldregen-Unglück schuf nun Platz für eine größere "Froschlacke". Diese Arbeiten wären nie von mir selbst zu stemmen gewesen.

Sand wird von der Straße aus in die ausgehobene Grube gefüllt.

Es gibt aber darüber hinaus noch einiges Neues im Garten, das "der Natur" zugute kommen soll. Zum Beispiel eine (weitere) sehr individuelle Minivariante einer Benjeshecke neben dem Kompostplatz...

Neben Kompostbehältern lagert zwischen hohen Stempen Grünschnitt

... oder eine noch sehr nackte "Totholzskulptur" aus den Stämmen des Goldregens, um eine von den Wühlmäusen umgebrachte Weichsel gruppiert.

Stämme und Äste quer und längs aufgestellt

Aber jetzt noch ein paar Blicke aufs Biotop Anfang Mai, nachdem alles Vorhandene eingepflanzt, die Wiese um das Beet herum aber noch nicht eingesät war.

Ein Teil des Biotops mit den umgebenden Pflanzen

Der südliche Teil des Biotops mit Uferbepflanzung

Das steinumrandete, umwachsene Biotop

Feuerlilie am Teichrand, rechts verblühende Iris sibirica

Falls es Ihnen aufgefallen sein sollte: Nicht alle zu erkennende Pflanzen sind einheimisch. Ich habe Vorhandenes nicht entfernt und vor dem großen Steinhaufen steht ein neu gepflanzter Aronia-Busch (Aronia melanocarpa), der, so Natura DB, durchaus seine Qualitäten für einige Tiere hat. Vor allem die Vogerl werden sich freuen, sobald er größer ist und fruchtet.

Screenshot "Ökologie" von der Site NaturaDB, Aronia melanocarpa

Nun muss ich endlich beichten, dass ich nur die ersten Zeilen während der heißen Maitage geschrieben habe. Heute ist der 10. Juni und ich bin vor Regen und Kälte ins Büro geflohen. Die Bilder (außer jenen vom Ende des Goldregens im Februar und dem Making of Biotop im April) sind aber alle im Mai entstanden und ich führe Sie noch rasch in die anderen Gartenteile. Mit Bildern von Anfang Mai.

Rasch heißt in diesem Fall, dass ich die eigentlich für Menschen mit Seh-Einschränkung eingefügte Bildbeschriftung als generelle Information verwende.

Nahaufnahme Pflücksalat

Keyhole Bed bepflanzt mit Salat, Zwiebel, Kräutern und mittig einem Paradeiser

Keyhole Bed mit Himbeeren links, vorne das Gitter für die Gurken

Farne im Hof, in dem sich die folgenden Kübelpflanzen befinden

Mandarine in endenwollendem Blätterkleid, aber mit wohlschmeckenden Früchten

Die im Freien überwinterte und extrem zusammengeschnittene Olive setzt Blüten an

Auch der ebenfalls im Freien überwinterte Szechuan Pfeffer blüht

Im Wintergarten gehätschelte 2025er Chilis gewöhnen sich an die Frischluft

Jungfer im Grünen in einem Kübel als Unterpflanzung

Die ersten Walderdbeeren erröten

Aussaten auf Holzstapel an Schneeschaufel und Grill

Ach, es gäbe noch so viel Schönes im Garten, das ich Ihnen vor Augen führen könnte! Oder sollte ich lieber die Wühlmausgänge quer durch den Garten zeigen, damit es nicht zu fad wird?

Tu ich nicht, das kommt nächstes Mal. Jetzt mache ich noch ein Preview auf den Juni und zeige Ihnen die Erdbeeren, die ich gestern vor dem Wetterumschwung noch rasch geerntet habe. Sind zum Glück etwas mehr als im Mai.

Erdbeeren in einem spiegelnden Metallsieb

Die Schafskälte, die endlich den dringend nötigen Regen gebracht hat und angeblich weiter bringen wird, bleibt uns hier im Voralpenland anscheinend noch bis Anfang nächster Woche erhalten. 

Ich friere und höre waidwund dem Schmatzen der Schnecken zu, die sich über die Pflanzen hermachen und die ich nur sehr halbherzig manchmal entferne - und hege wie schon so oft nie umgesetzte Wühlmausmordgedanken.

Brunnenkresse und Vergissmeinnicht

Aber zur Verabschiedung bin ich ganz lieb und nett und zeige Ihnen noch eine Wohngemeinschaft am Biotop. Bleiben Sie mir treu, wenn's leicht geht.

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