Mittwoch, 22. November 2017

WEIHNACHTEN WIRFT SEINE KEKSSCHATTEN VORAUS

Frau war wieder einmal am Planänderungswerk. Eigentlich sollte das wunderbar warme und sonnige Novemberwetter (dringend!) im Garten genutzt werden, aber dann drängten sich vorweihnachtliche Agenden ebenso dazwischen wie Antiverderbarbeiten.


Ja, sie haben recht. Es ist eigentlich noch viel zu früh für Weihnachtliches, also auch Weihnachtskeks. Aber da sich schon letzte Woche ein Lieblingsmensch gemeinsame Keksvorbereitung gewünscht hat, habe ich dieses Jahr (erstmals?) bereits lange vor dem ersten Advent angefangen zu backen.


Sinnvollerweise kamen die Lebkuchen als erstes dran, mit und ohne Orangenglasur. Puristisch, wie ich sie liebe. Ist nicht wirklich zu früh, denn sie sollten ja noch weich werden bis zum Advent. Aber was soll ich Ihnen sagen? Sie sind wunderbar weich und verleiten zu Dauerverkostung. Ein Glück, dass ich ein großes Quantum fabriziert habe. Sonst...




Ebenso in großen Mengen ist der Quittenkas, exotischer Dulce de membrillo genannt, vorhanden und auch ein bissl Konfekt aus schwarzen Ribiseln (dtdt: Johannisbeeren), das ich nach der gleichen Machart zubereite.




Gestern dann habe ich den Teig für die Spekulatiustaler vorbereitet und heute in der Früh selbige rasch gebacken. Geht schnell, mit Karamell verzieren kann ich sie später - und ich wollte doch danach in den Garten, um selbigen einzuwintern.


Aaaaber. Das Obst, das in der letzten Zeit im kalten Wintergarten vor sich hinruhte, bekam heute ordentlich Wärme ab. Die Sonne heizt ja schön auf und das Obst war bereits am Höhepunkt seiner Reife. Ebenso die Chilis, die ich letzte Woche vor dem ersten Frost geerntet hatte.



Also beschloss ich kurzerhand, "ganz rasch" eine fruchtige Chilisauce herzustellen. Aus den vorhandenen Äpfeln, Birnen, Chilis und Ingwer, mit ebenso bald zu verarbeitendem Zwiebel und Knoblauch. Die Versuchsküche lässt grüßen. Wollte mich nicht mit Fiezeln und Schnippeln aufhalten, sondern so flott wie möglich hinaus in den Garten. Daher schwebte mir der Einsatz des Pürierstabes nach grobem Zerteilen der Zutaten vor.


Nur fehlten dann bei genauer Betrachtung die geeigneten Flaschen und beim konkreten Durchdenken kam mir der Plan nicht wirklich genial vor. Also ist es doch ein Chutney geworden, also hab ich doch geschnippelt und gefiezelt.


Dazwischen noch die Bioorangen und die Biozitrone, die auch nicht mehr allzu lange bis zum sicheren Verderb hatten, dünn geschält und die Schalen der Nachwärme des keksentleerten Backrohrs ausgesetzt. Mein Vorrat an Orangenschalen in jeglicher Art (ganz, pulverisiert, mit Zucker und auch mit Salz versetzt) neigt sich dem Ende zu. Allein wegen des umwerfenden Geruchs, der mich betört, sobald ich die Nase in das Orangenschalenglas stecke, war diese Arbeit ein (gschwindes noch dazu) Vergnügen.



Ausgepresst mussten sie dann ja auch noch werden. Statt mir eine Überdosis Vitamin C zu verpassen, habe ich den Saft in Eiswürfelbehälter geleert und in den Tiefkühler verbannt. Dort harren sie des Einsatzes, der mannigfaltig ist. Nicht nur als geschwindes feines Getränk oder als Beigabe zB für Apfelkompott liebe ich diese Eiswürferl. Einige der letzten Produktion haben vor kurzem auch besten Dienst beim Herunterkühlen eines teuflisch heißen Orangenpunschs gedient.


Kurz nach drei Uhr waren die Keks in den Dosen, das Chutney in den Gläsern, der Orangensaft im Tiefkühler und die Orangen- und Zitronenzesten zum Einsatz bereit. Und die Sonne dahin.


Aber wohl hat sie trotzdem getan und morgen soll ja noch ein (relativ) warmer, sonniger Tag ins Haus (sic!) stehen. Da kommt dann der nächste Gartenarbeitsanlauf. Wenn nicht wieder was dazwischenkommt. Vielleicht zur Abwechslung wieder einmal was, das nicht mit Küche zu tun hat? Zeit wärs!

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