Dienstag, 12. Mai 2015

GÄRTNERISCHER MAIRAUSCH

Frau ist am unbändigen Freuwerk. Floss nächtlings noch der Ingrimm ungehemmt in ein (nicht veröffentlichtes) Lamento (in epischer Breite), das die  Diskrepanz zwischen Ideenreichtum und real zu bewältigendem Arbeitspensum zum Thema hatte, bemächtigt sich heute ein Rauschzustand ob der Schönheit der Natur der gebeutelten Gärtnerinnenseele.


Es ist schon eigenartig. Gestern hatte ich das Hirn voller Gartengespinste und war niedergeschmettert, weil ich genau weiß, dass nur ein Bruchteil meiner zumindest als Phantasie grandiosen Ideen realisiert werden kann.


Heute Früh aber habe ich nach dem obligaten Gartengenussrundgang mit dem Kaffeehäferl in der Hand (und der Zigarette in der anderen) noch schlaftrunken einfach Hand angelegt. Meine lästigen und größenwahnsinnigen Ideen sind nicht gesprudelt, das ach so schreckliche Schicksal der ewigen Gartenbaustelle hat mich nicht gekratzt. Einen zweiten Gartenrundgang mit der Kamera hab ich mir gestattet und danach das Feinsieb geschnappt und, auf dem Kinderhocker sitzend, die Erde von zwei derzeit unbepflanzten Kübeln durchgesiebt. Auf der Jagd nach Dickmaulrüsslerlarven. Einen einzigen habe ich gefunden. Magere Ernte, die meine Hochstimmung in keiner Weise beeinflusst hat. Ebensowenig wie die neuen Wühlmaushügel, die massiv aufgetretenen Spuren der Rosenblattrollwespen oder die neuen Löcher, die der Hund auf der Suche nach den duftenden Wühlmäusen gegraben hat.


Dafür ist der Garten gerade viel zu schön und so quietschgrün, dass die Kamera größte Probleme hat, annähernd die Frische rüberzubringen. Nicht nur die Nikon, auf die ich oft sauer bin wegen falscher Grün- und Rottöne. Auch die kleine Canon hat nix besseres dahergebracht und das Handy schon gar nicht.


Zu Mittag dann habe ich noch eine Gartenrunde gedreht und all die floralen Überraschungen, die sich in Windeseile entwickelt haben, photographierend gefeiert. Ich lass die Bilder jetzt einfach runterrasseln. Sie sind selbsterklärend. Glaube ich. Andernfalls bitte nachfragen!






















Beim Biotop angekommen nähere ich mich vorsichtig, um den eventuell sichtbaren einen oder anderen Frosch nicht zu stören. Aber siehe da, in der Sonne am gatschigen Ufer findet soeben eine Familienversammlung statt, die sich nicht einmal durch meine sehr distanzlose und indiskrete Annäherung stören lässt.


Zuerst habe ich nur die Fröschin mit einem Jungen gesehen, das andere Kleintier war wegghüpft, als ich näher kam. Bei genauerer Betrachtung (ein Tele ist für Kurzssichtige Goldes wert!) sehe ich zwei Erwachsene und einen jungen Hupfer, bei noch genauerem Hinschauen dann drei erwachsene und zwei Babyfrösche.




Was soll ich da lamentieren über nicht durchzuführende Wunschprojekte? Wie könnte ich mich nicht dankbar in diese Pracht sinken lassen? Zumindest Augen und Gemüt dem entfesselten Frühlingsrausch hingeben. Ich muss ja nicht übertreiben.

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