Sonntag, 10. Januar 2021

STUNDE DER WINTERVÖGEL

Frau war heute am Zählwerk, am Vogelzählwerk im Rahmen der Stunde der Wintervögel. Abgesehen davon, dass es auf meinem Beobachtungsplatz im ungeheizten Wintergarten nicht wirklich kuschelig warm war, hat mich diese Tätigkeit höchlichst erfreut. Um auch mit der Kamera größere Chancen zu haben, habe ich sogar Fenster geputzt. Und das heißt etwas bei mir.


Nicht nur, dass ich die Teilnahme an der Zählung, die zeitgleich auch in D und CH durchgeführt wurde, für sinnvoll erachte, so war es mir ein Vergnügen, mich ganz konzentriert eine Stunde lang hinzusetzen und jene Tiere zu beobachten, die mir den selbstverordneten Dauerlockdown wunderbar kurzweilig gestalten. Auch wenn es nicht immer so dramatisch am Futtersilo zugeht wie heute.






Sie sehen es ja selbst: Eine steile Karriere als Tierphotographin liegt nicht vor mir. Müsste mit Stativ arbeiten, das würde aber von den kleinen Gfrastern größere Disziplin in der Auswahl ihres Standorts erfordern und vor allem längere Verweilzeiten. Dann könnte ich auch ein längeres Objektiv (sprich einen stärkeren Zoom) nehmen, aber aus der Hand hab ich damit keine Chance.

Ich führe ihnen jetzt trotzdem noch einige Bilder, die in den letzten Tagen entstanden sind, vor Augen. Mögen auch Sie sich daran erfreuen!








Da ich pandemiebedingt wirklich zurückgezogen lebe und nur ca. alle 3 Wochen Lebensmittel einkaufen gehe, werde ich beim nächsten Mal noch besser für das Vogelvolk vorsorgen. Denn die Beeren und Samen der Sträucher, Bäume und Blumen sind schon alle längst vertilgt und seit November wurden mehr als 6 kg Futter weggemampft. Mit der eingetroffenen Kaltfront und dem seit ein paar Tagen liegenden Schnee wird der Zustrom und der Hunger immer größer.

In luftiger Höh wird mit dem Essen großzügig herumgeschweinzt und alles, was herunterfällt, holen sich vor allem die Amseln und die Rotkehlchen, die auch seperat noch gefüttert werden, weil sie am Boden und nicht auf solch windigen , herumbaumelnden Gebilden speisen wollen. 


Photographisch sind sie unter- bzw gar nicht repräsentiert, das wird sich ändern, wenn ich die Wintergartentüre öffnen kann, ohne den Pflanzen einen tödlichen Kältestoß zu verabreichen. Auch der Kleiber und der Buntspecht liegen nicht ganz in meiner photographischen "Schusslinie", die besuchen den alten Zwetschkenbaum, in dessen Krone ich vom oberen Wintergartenbereich einsehen kann. Zu meinem Leidwesen hatte ich noch nie die Kamera bei der Hand, als ich sie direkt vor der Nase hatte.

Ich freue mich grenzenlos über meinen Naturgarten, der auch so vielen Vogelarten Unterschlupf, Nistmöglichkeiten und Nahrung bietet. Gerade die Futterstelle an der Kletterrose, wo ab dem Frühling mein Lieblingssitzplatz ist, wird heftig frequentiert und feiner Weise sehe ich dorthin auch am besten.


Warum leuchtet es so vielen Menschen mit ihren aufgeräumten, manikürten Gärten mit den Monokulturhecken nicht ein, wie wichtig die Vögel für das gesamte Ökosystem sind? Ich verstehe es nicht und freue mich auf weitere Stunden und Tage der mich besuchenden Wintervögel.

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