Donnerstag, 22. Oktober 2026

VON PFLANZEN, KÄLTE UND STARKEN MÄNNERN

Frau war und ist hektisch am Werk. Die Nächte werden kalt und kälter und Empfindliches gehört dringend gerettet.

Nahaufnahme von zwei grünen Zitronen mit Blättern.

Je nach befragter Quelle droht heute eine Nachttemperatur entweder von 2 Grad plus - oder doch von 0 Grad. Zitronen müssten das zwar aushalten, aber der Wurzelballen ist vom gestrigen Regen waschelnass und bevor ich ihn umwickelnd schütze, trag ich lieber meine Vitamin C Lieferanten in den Wintergarten. Zumindest die kleinen.

Gleiches Bäumerl mit 7 Zironen. 

Die Zitrone ist ein Neuzugang, ein Geschenk. Hat natürlich wie all meine Pflanzen den Namen der Schenkerin, also heißt sie Iris. Über Geschenke sollte man nicht motzen, aber ich motze ja nicht über die liebe Geste, sondern über die Verkaufsquellen, die Pflanzen rein nach optischen, verkaufsfördernden Kriterien und nicht fachgemäß schneiden; zerschneiden geradezu. Wildtriebe sind vorprogrammiert. Das gleiche Trauerspiel spielt sich bei der Zitronatzitrone Buddhas Hand ab.

Fast kahle Äste der Zitronatzitrone mit grüner Frucht.

Da darf ich uneingeschränkt und doppelt motzen, die habe ich nämlich selbst erstanden. Ich nehme davon Abstand, ihr meinen Namen aufzudrücken und nenne sie ehrfurchtsvoll Buddha. Letztes Jahr ist sie mir in einem Pflanzengroßmarkt zugelaufen und ich habe sie gegen meine Gepflogenheit, keine Zimmerpflanzen käuflich und schon gar nicht aus Massenproduktion zu erwerben, mitgenommen.

Jetzt steht sie bei mir und ich fluche doppelt über mich. So nett diese eine Frucht aus der einzigen nicht eliminierten Blüte ist, der Rest des kleinen Bäumerls ist ein sich bereits beim Kauf abgezeichnetes Schnipsel-Trauerspiel. Hätte doch geduldig sein, sie all ihrer Blüten berauben, den Wuchs vorsichtig korrigieren und ihr die Möglichkeit zum Aufbau einer Krone geben sollen. Hören sie den Selbstmotz? Oder ist das Eigenmotz? Egal. Motz bleibt Motz.

Weihnachtskaktus mit vielen weißen Knospen.

Die Schlumbergera, die auf ihren Namen "Weihnachtskaktus" anscheinend aus Prinzip pfeift, habe ich auch heute gerettet. Bin nicht sicher: Entweder spielt sie das ganze Jahr Weihnachten, oder sie geht einfach gleichzeitig vor und nach. Blüht nämlich jetzt schon das 3. Mal in diesem Jahr, so wie in den letzten Jahren. Ihr Name? Traudi.

Viele einzelne längliche Kaktustriebe mit roten Dornen.

Der überquellende Kaktus (Mammillaria elongata), der auf Pauline hört, hat auch noch eine tragbare Größe, obwohl er seine "Ladyfinger", wie der Name auf Englisch lautet, sehr trageunfreundlich rausstreckt.

Einige kleinere Gewächse habe ich noch in den Wintergarten getragen, aber all die Gewichtigen stehen noch draußen im Garten, träumen wahrscheinlich vom Sommer und frieren; hoffentlich erfrieren sie nicht. 

Fazit: Ich suche händeringend Pflanzenretter. Meine bisherigen wunderbaren Schlepperbanden fallen heuer alle vollkommen aus. In meinem Freundeskreis scheint es niemanden mehr ohne Bandscheibenvorfall, Hüftluxation, Kapselriss oder anderen dramatischen Einschränkungen zu geben. Wo sind die starken Männer, wenn man sie braucht?

Verschiedenen Paradeiser, Habaneros (Chilis) und Basilikum.

So verarbeite ich denn seufzend die letzten Paradeiser, die Chili, das Basilikum, und was ich heute sonst noch an Temperaturempfindlichem aus dem Gemüsegarten der Kälte entrissen habe. Vor allem schaffe ich weiter im Wintergarten Platz für die draußen frierenden Riesen und hoffe inständig auf die freiwillige Meldung starker Männer, die sich unbedingt der Pflanzen erbarmen wollen.

Keine Angst, ich werde Sie sowohl über die Pflanzen, die Temperatur und vor allem die An- oder Abwesenheit der starken Männer informieren; ob Sie das wollen oder nicht. ;)

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