Donnerstag, 20. Oktober 2011

ÜBERSICHT: YANN ARTHUS BERTRAND

Vor einigen Jahren war ich mit einer Freundin in Paris unterwegs. Es regnete, wir zogen davon unbeeindruckt, aber doch etwas gedämpfter Stimmung durch die Stadt in Richtung Jardin du Luxembourg. 

Der Zaun des Parks wird oft für Fotoausstellungen genutzt und als wir dort ankamen, leuchteten uns riesige Bilder von Yann Arthus Bertrand entgegen.



Unsere Stimmung hellte sich augenblicklich auf und wir umschlichen fasziniert das Parkgitter. Die Farben der riesigen Photos explodierten aus dem Regengrau und die Ästhetik der Luftaufnahmen war atemberaubend.

Besonders faszinierte mich die Relation zwischen visuellem Genuss und moralischer Komponente: Es gab Photos, deren Sujet ich in meiner Kurzssichtigkeit aus der Ferne nicht erkennen konnte, deren außergewöhnliche Ästhetik ich aber genoss. Beim Näherkommen sah ich dann erschrocken, dass es sich zB um einen Soldatenfriedhof, eine bevölkerte Müllhalde oder um Kampfflugzeuge handelte.


Sofort spürte ich eine "innere Zensur", die es mir verbieten wollte, das Bild zu genießen. Mit Schauder erkannte ich die Schönheit des Dargestellten, die losgelöst von der Schrecklichkeit der Aussage war, weg war die unbeschwerte Neugier. Bis ich mein Überich bezähmte und mir das Bild aufs Neue "aneignete".

Zahllose Photos aus dieser Serie sind auf der Site "La Terre vue du Ciel - Earth from above" von Yann Arthus Bertrand zu sehen. Höchst empfehlenswert!
Als Umweltaktivist präsentiert er den Trailer seines Films "Von Wäldern und Menschen".

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